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Städte von morgen

Ein digitaler Einblick in die Smart Country Convention 2020 - moderne Mobilitätsformen wie autonome Fahrzeuge waren auch Thema. Fotograf / Quelle: falco | Pixabay.

16. Dezember 2020
Die Smart Country Convention hat Ende Oktober Beteiligte und Interessierte rund um das Thema digitale Verwaltung und Smart City virtuell zusammengebracht. Dieser Erlebnisbericht soll einen kurzen Einblick in die Themen und Inhalte des diesjährigen Kongresses geben.
Von Carolin Landgraf

Die Smart Country Convention

Die Smart Country Convention ist der zentrale Kongress in Deutschland zum Thema Digitalisierung im öffentlichen Sektor. Der Kongress bildet für Beteiligte und Interessierte aus Politik, Wissenschaft und (Digital-)Wirtschaft eine Möglichkeit des Austausches und Netzwerkens. Ausgerichtet wird der Kongress von Bitkom, dem Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V., und der Messe Berlin. Die Schirmherrschaft übernimmt das Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat und Kooperationsinstitutionen und -unternehmen unterstützten die Durchführung des Kongresses.

In diesem Jahr tauschten sich Beteiligte und Interessierte zu den Themen E-Government (elektronische Regierung) und Smart City aus. Aufgrund der speziellen Pandemiesituation fand der Kongress jedoch dieses Mal ausschließlich digital statt. Vor Ort waren lediglich die Moderatorinnen und ausgewählte vortragende Personen, beispielsweise der Bundesminister Heiko Maas, anwesend. Das bedeutete für vortragende Personen und das Publikum, dass nicht nur über Digitalisierung gesprochen wurde, sondern der aktuelle Stand auch gleich sichtbar ge- und erlebt werden konnten.

Zugeschaltet vom Computer zu Hause, auf der Arbeit oder von Unterwegs, war das Einloggen am ersten Tag der Veranstaltung etwas schwierig. Der Server war überlastet. Nachdem diese Hürde jedoch genommen war, konnte sich das Publikum auf drei verschiedenen Plattformen – dem Smart Plaza, dem Digital Forum und der Deep Dive Session – einem vielseitigen Programm widmen.

Das Smart Plaza bot dem Publikum einen Ort, Vorträge und Paneldiskussionen zu ausgewählten Themen anzuhören. Hier bestand auch die Möglichkeit Fragen zu stellen, welche von der Moderatorin gesammelt und dann an die vortragende Person gerichtet wurden. Wenn es die Zeit erlaubte, wurden so viele Publikumsfragen wie möglich beantwortet. Im Digital Forum wurde diskutiert. Fachkundige hielten Kurzvorträge zu Aspekten von E-Government und Smart City und das Publikum wurde über eine Chat-Funktion interaktiv mit Fragen in die Diskussion einbezogen. In der Deep Dive Session wurden ausgewählte Themen, beispielsweise die Zusammenarbeit von Smart Cities und Start-ups oder 5G im ländlichen Raum, tiefergehend diskutiert. Auch hier waren Fachleute aus unterschiedlichen Bereichen wie Stadtverwaltung, Digitalwirtschaft und Wissenschaft eingeladen worden, Aspekte vorzustellen. Danach wurde untereinander und mit dem Publikum in eine Diskussion zu starten.

E-Government

Der erste Tag der Convention drehte sich rund um das Thema E-Government. Im Zentrum der Vorträge und Diskussionen standen dem entsprechend Themen, die im Besonderen die Digitalisierung der Verwaltung betrafen. Das Onlinezugangsgesetz, welches Verwaltungen dazu anhält ihre Leistungen bis 2022 auch in elektronischer Form anzubieten, und die gegenwärtige Pandemiesituation stellen Verwaltungen vor besondere Herausforderungen. Themenbereiche wie IT-Sicherheit, Datensouveränität, aber auch ganz konkrete Beispiele digitaler Verwaltungsprojekte, standen daher im Vordergrund des ersten Tages der Convention. Eine besonders spannende Diskussion drehte sich um das Thema Open Source Software und wie diese in Verwaltungen als Alternative zu der Software großer Firmen eingesetzt werden kann. Hier arbeitet beispielsweise Dataport – ein kommunaler Dienstleister mit Sitz in Hamburg – an dem Projekt Phoenix. Weitere Projekte nutzen Open Source Software anderer europäischer Städte wie Barcelona oder arbeiten mit deutschen Start-ups an der Entwicklung dieser. Wichtig ist hierbei jedoch, so betont Gerard Swarat vom Frauenhofer IESE (Frauenhofer Institut für experimentelles Software Engineering), die Einbindung der Bevölkerung in solche Open-Source-Projekte.

Smart City

Der zweite Tag der Convention war dem Thema Smart City gewidmet. Hier stand vor allem der Erfahrungsaustausch von Städten und Gemeinden im Mittelpunkt. Vertretende von Städten und Gemeinden stellten dar, wie sie an das Thema Smart City herangegangen sind und welche Digitalisierungsprojekte sie bereits konkret in Angriff genommen haben. Beispielsweise wurden für den Städte-Awards zum Bitkom Smart City Index 2020 die Städte Osnabrück, Karlsruhe, Darmstadt, Hamburg und Leipzig eingeladen sich vorzustellen. Diese Städte hatten im Gesamtranking oder in Einzelkategorien besonders gut abgeschnitten. Von Lieblingsprojekten, Projekten in der Umsetzung und Beispielen aus dem smarten Alltag berichteten in einem sieben-minütigen Pitch die Vertretenden dieser fünf Städte. Osnabrück stellte beispielsweise die App YANiQ vor, die das Busfahren zum Bestpreis ermöglicht. Die Göttinger Verkehrsbetriebe bieten mit der App FAIRTIQ das Gegenstück dazu. Ein weiterer zentraler Aspekt des Tages war auch das Thema Nachhaltigkeit, welches beispielsweise durch smarte Mobilität erreicht werden soll. Ein Aspekt zukünftiger Mobilität sind auch Modellprojekte mit autonom fahrenden Minibussen, wie im Bild zu sehen ist.

Highlights

Ein besonderes Highlight der Convention war der Smart Country Startup Award, welcher an beiden Tagen stattfand. Im Rahmen des Awards präsentierten jeweils drei Start-ups ihre Ideen und Konzepte für eine digitale Verwaltung in einem drei-minuten Pitch. Welches Start-up den Innovationspreis der Convention dann gewann, wurde vom Publikum in einer Online-Abstimmung entschieden. Das Start-up SoSafe GmbH gewann am ersten Tag den Award. Es bietet Aus- und Weiterbildungen zum Thema Sicherheit im Internet für Verwaltungsangestellte an. Am zweiten Tag gewann das Start-up metr Building Management System GmbH, welches Smart Building Lösungen anbietet.

Die Smart Country Convention 2020 hat auch digital sehr gut funktioniert, wenn es auch hier und da manchmal in der Übertragung hakte. Der Kongress bot ein breites Programm an verschiedensten Themen und sowohl Fachleute als auch Interessierte konnten sich auf den drei Bühnen zu Aspekten von E-Government und Smart City informieren. In den kritischen Diskussionen wurde deutlich, dass es keine Blaupause für die Smart City gibt. Die Vielfalt deutscher Städte und Gemeinden mit ihren ganz spezifischen Charakteristika erfordert eine durchdachte und angepasste Strategie. Die Vielfalt der vorgestellten Projekte zeigte jedoch, wie unterschiedliche Beteiligte zusammenarbeiten, Ideen entwickeln und Projekte umsetzen, um einen smarten Alltag für ihre Stadt zu gestalten.

 

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